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Hier finden Sie News rund um unser Unternehmen. Egal ob wir uns lokal engagieren, in zusätzliche Gebäude oder Technik investieren oder auf Messen und anderen Veranstaltungen unterwegs sind – hier erfahren Sie alles aus erster Hand.

Kleine Kraftwerke mit großer Wirkung

Man kann der Energiewende von weitem zunicken und so weitermachen wie bisher. Oder man macht es wie wir und treibt die Umstellung auf eine energiebewusste Produktion zielstrebig voran. Auch als energieintensives Unternehmen, wie wir eines sind.

Das machen wir zum Beispiel mit unseren Blockheizkraftwerken (BHKW), die wir 2016 und 2018 gebaut haben. Betrieben mit Gas, erzeugen sie die benötigte Wärme für unseren Betrieb, für unsere Heizung etwa und die Prozesswärme, die wir in der Produktion benötigen. Eine zusätzliche Heizungsanlage dient nur noch zur Absicherung im Falle einer Störung im BHKW. Während der Wärmeproduktion erzeugt unser BHKW gleichzeitig Strom – mit einem Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent. Die BHKW laufen nur dann, wenn Prozesswärme benötigt wird. An Tagen, an denen wir nicht produzieren, sind die Geräte nicht im Betrieb. So sorgen wir für die ökologisch beste Energiebilanz.

Seit Anfang 2019 konnten wir so unsere Stromabnahme auf etwa ein Drittel reduzieren. In Kombination mit den Photovoltaik-Anlagen auf unseren Dachflächen, die über 720.000 kW klimaneutralen Strom im Jahr produzieren, konnten wir unseren CO2-Fußabdruck um mehrere Nummern verkleinern. In Zahlen: Mit unserem Strommix ersparen wir der Umwelt jährlich mehr als 2.300 Tonnen CO2, das sind über 1,1 Millionen Kubikmeter des schädlichen Gases. Wenn wir diese Kubikmeterwürfel nebeneinanderlegen würden, ergäbe das eine Fläche von über 150 Fußballfeldern! Durch den Einsatz unserer BHKW emittieren wir weniger CO2 als bei der Verwendung des üblichen Strommixes in Deutschland.

Doch das wollen wir noch übertreffen. Unsere BHKW-Anlagen sind so konzipiert, dass wir sie problemlos gegen die nächste Generation der Energieerzeugung austauschen können: In den kommenden Jahren werden wir auf energieneutral erzeugten Wasserstoff umrüsten, sobald die Technik serienreif und der Wasserstoff wirklich „grün“ ist. „Dieses Ziel haben wir fest im Blick“, sagt Marcel Manten, der zur jungen Generation im Familienbetrieb gehört. „Wir sind stolz auf die Energieeinsparungen, die wir schon jetzt erreichen. Das zeigt uns, dass wir auf einem zukunftsweisenden Weg sind.“

Alle an Bord: Azubis paddeln über die Niers

Die Manten-Azubis sind auch privat befreundet. Anfang des Monats stand Paddeln auf dem Programm. Mit Proviant ging es an Bord eines Bootes über die Niers.

Die Paddeltour ab Geldern hatten die Azubis selbst organisiert. Die Fäden hielt Lena Maes in der Hand, die mit Alexander Cox zwar ihre Ausbildung in diesem Jahr bereits erfolgreich abgeschlossen hat, von den übrigen Auszubildenden aber dennoch eingeladen wurden. „Wir haben eine Azubi-WhatsApp-Gruppe, und da waren Alexander und ich noch drin, da gehört man eben dazu“, erzählt Lena. „Wir sind auch privat befreundet und kennen uns zum Teil seit Jahren, da sind solche Ausflüge nicht selten.“ Vier oder fünf Stunden hätten sie sich auf der Niers flussabwärts treiben lassen – mit einer Picknickpause am Umsetzpunkt. 

Den Tag haben Felix Bordin, Madeleine Vervoorst, Anna Seyen, Lena Maes, Kira Waerder, Liam van Berlo, Alexander Cox und Jan-Philipp Nickel dann bei Lena ausklingen lassen. „Wir haben einfach Pizza bestellt, denn Pizza geht ja immer“, lacht Lena Maes. 

Moritz, was erlebst du so an einem Tag?

Das klären wir in Video – beziehungsweise Moritz Gerhards. Der ist Azubi in unserer Qualitätssicherung und erzählt uns im Interview von seinem Arbeitsalltag und all den Dingen, die er am Feierabend und am Wochenende so macht – inklusive Buch- und Serientipps!

Wir beantworten Ihre Fragen: unsere Mitarbeiter

Wir hatten eingeladen, uns Fragen über unseren Betrieb und unsere Arbeit zu stellen und versprochen, diese so offen wie möglich zu beantworten. Vielen Dank für Ihr Interesse schon jetzt. Zur Beantwortung haben wir mehrere thematisch ähnliche Fragen zusammengezogen und in einem Beitrag an dieser Stelle behandelt.

Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, stellen Sie diese gerne an fragen(at)heinrichmanten.de. Und schauen Sie immer mal wieder rein, denn wir antworten weiter. Versprochen.

Den Anfang machen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für deren Unterstützung wir unwahrscheinlich dankbar sind. Zurzeit arbeiten unsere Mitarbeiter in Schlachtung und Zerlegung im Rahmen eines Werkvertrags bei uns. Das ist in unserer Branche nichts Unübliches, ebenso wenig wie zum Beispiel in der Autoindustrie oder anderen produzierenden Branchen. Trotzdem sprechen wir von „unseren“ Mitarbeitern, weil sie ganz einfach Teil unseres Teams sind.

Werkverträge haben in fleischverarbeitenden Betrieben eine lange Geschichte. Früher, also etwa um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20 Jahrhundert, übernahmen sogenannte Kopfschlächter die Schlachtung und Zerlegung der Tiere. Sie waren alle selbstständig und nicht nur für einen Schlachthof tätig, sondern für mehrere aus der Region. Aus diesen Auftragsarbeiten wurden später Werkverträge.

Und jetzt setzen wir auf die tatkräftige Unterstützung unserer Mitarbeiter, von denen nicht wenige aus Polen und Rumänien stammen. Um das in Zahlen zu verdeutlichen: Bei uns arbeiten derzeit knapp 480 Mitarbeiter, darunter unter anderem 291 aus Rumänien, 41 aus Polen und 106 aus Deutschland. Keiner unserer Mitarbeiter erhält nur den Mindestlohn oder gar weniger. Wir zahlen unseren Mitarbeitern im Schnitt 12,50 Euro. Das ist mehr als der Branchenschnitt. Und wir achten auf die Einhaltung der Arbeitszeiten (im Schnitt 8 Stunden am Tag an 6 Tagen pro Woche), weil uns die Gesundheit unserer Mitarbeiter sehr am Herzen liegt. Und die hört nicht hinter dem Betriebsgelände auf. Wir legen großen Wert auf eine möglichst lange Zusammenarbeit, die aktuell bei durchschnittlich drei Jahren nach der Probezeit liegt. Besonders freuen wir uns über die Mitarbeiter, die schon viel länger bei uns sind und deren Kinder bei uns eine Ausbildung machen. Wir kümmern uns um berufsbegleitende Deutschkurse, unterstützen bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen, dem Abschluss von Versicherungen und Verträgen und sorgen für einen Fahrdienst, der unsere Mitarbeiter sicher zum Arbeitsplatz und wieder nach Hause bringt. Und auch um das Zuhause kümmern wir uns. Wir haben ein Willkommenshaus, in das neue Mitarbeiter zunächst einziehen, um sich hier in der Region einzurichten. Und dann stellen wir ihnen eine Wohnung zur Verfügung. Das sind Wohngemeinschaften mitten im Ort, unter Einheimischen sozusagen.

Aber sehen Sie selbst, wie so ein Arbeitsalltag unserer Mitarbeiter gerade aussieht:

Artikel aus RP-Online vom 22. Juni 2020: Belegschaft erneut auf Covid19 getestet

Keine Corona-Fälle bei Mitarbeitern von Manten in Pont

Wie bereits bei den ersten Covid19-Testungen Mitte Mai sind auch jetzt alle Mitarbeiter des Schlachthofs Manten in Pont negativ getestet worden. Das teilte die Stadt Geldern am Montag mit. Insgesamt hat der Kreis Kleve 470 Mitarbeiter von zwei Betrieben im Kreis Kleve getestet.

Der Kreis reagierte damit auf einen Erlass des Landes. Die Mitarbeiter aller Schlachthöfe und fleischverarbeitenden Betriebe, die mit Werksvertragsnehmern arbeiten, sollten erneut getestet werden. Am Sonntag unterrichtete das Gesundheitsamt bereits darüber, dass 444 Testergebnisse negativ ausgefallen waren (94 Prozent). Am Montag folgten die Ergebnisse der verbleibenden Tests, die ebenfalls negativ waren. Mitte Mai waren schon einmal alle 424 Mitarbeiter in Pont getestet worden. Auch damals waren alle Ergebnisse negativ.

Quelle

Hart aber herzlich:
Heiner Manten zu Gast bei Frank Plasberg. Ein Rückblick.

Hart, fair und im Nachgang sogar herzlich erlebte Heiner Manten seinen Auftritt als Gast in Frank Plasbergs Sendung "hart aber fair". Es wurde hart diskutiert und endete vielversprechend.

Auf dem Rückweg von Berlin liest Heiner Manten die vielen Kommentare im Internet.

Er war dort nicht nur als Geschäftsführer der Manten Group, sondern auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbands der Fleischwirtschaft. Und als Mensch. Nicht als eine Person, die es gewohnt ist im Rampenlicht zu stehen und schwierige Diskussionen, die Herzensangelegenheiten sind, im Fernsehen zu führen. Sondern als jemand, der einen Familienbetrieb führt, dessen Branche gerade im Kreuzfeuer steht. Dass es einem da auch mal die Sprache verschlägt, ist nur allzu menschlich.

Wir haben in der Sendung eine Reihe konstruktiver Argumente gehört und auch die Kommentare in den sozialen Medien waren eine Mischung aus "hart, aber fair". Die meisten jedenfalls. Für alle, die die Sendung nicht gesehen haben, fassen wir an dieser Stelle Heiner Mantens vier Kernaussagen noch einmal zusammen. Gebündelt und ohne Unterbrechung durch andere Diskussionsteilnehmer. 

Thema Werksverträge 

Kritisiert wurde vor allem das Konstrukt der Werksverträge. Was in sehr vielen Branchen seit Jahrzehnten gang und gäbe ist, wird nun vor allem der Fleischwirtschaft zur Last gelegt. Manten zahlt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Lohn von durchschnittlich 12,50 Euro plus Zuschläge, was weit über dem Mindestlohn liegt. Das machen wir, weil wir unsere Belegschaft wertschätzen - und weil wir auf die Unterstützung unserer europäischen Kolleginnen und Kollegen angewiesen sind. 

Thema Tierwohl

In Deutschland wird viel Fleisch gegessen. Und das wird sich in den kommenden Jahren vermutlich auch nicht grundlegend ändern. Solange die Tiere hier in Deutschland aufgezogen und geschlachtet werden, haben wir Einfluss auf das Tierwohl. Wir respektieren alle Lebensentwürfe und wenn sich jemand vegetarisch oder vegan ernährt, akzeptieren wir auch Ablehnung. Aber bitte mit gegenseitigem Respekt.

Thema Wohnen

Unsere Beschäftigten leben in Wohngemeinschaften mitten im Ort, am Rand, manchmal außerhalb, immer da, wo wir geeigneten, vernünftigen Wohnraum zur Verfügung stellen können. Wo dies nicht so gehandhabt wird, muss die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und deren Einhaltung einfordern. 

Unser Video zum Thema: „Ein ganz normaler Arbeitstag in einer außergewöhnlichen Zeit“

Thema Lösung

Heiner Manten hatte als Vorsitzender des Verbands der Fleischwirtschaft mehrfach zu einem runden Tisch eingeladen. Diese Einladung wurde zunächst ohne Begründung abgelehnt. Noch in der Sendung hat Hubertus Heil einem persönlichen Gespräch zugestimmt. Darin wird es um unsere Vorschläge gehen und wie der Gesetzgeber hier unterstützen kann. Gleichzeitig kann Hubertus Heil sich die Wohnungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansehen und sich selbst ein Bild machen. Wir freuen uns auf seinen Besuch.

Und wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns per Mail an fragen(at)heinrichmanten.de, wir werden so zeitnah wie möglich antworten.

Ein ganz normaler Arbeitstag in einer außergewöhnlichen Zeit

Auch in Krisenzeiten ist bei uns Arbeit Alltag. Unsere Hygienestandards und die unserer Partnerbetriebe waren schon immer sehr hoch, aber auch wir haben unsere Bemühungen verstärkt und unser Hygienekonzept erweitert. Aber sehen Sie selbst.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: DANKE!

In Krisenzeiten zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann. Und wir bei Manten sind sehr glücklich darüber, dass wir auf unsere Beschäftigten zählen können. Danke!

Denn gerade jetzt steht die gesamte Fleischbranche unter Beobachtung. Auch mit Kritik wird nicht gespart. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann spricht im WDR-Radio von einer „Politik der Null-Toleranz“, will „diesen Sumpf austrocknen“. Auslöser sind Corona-Ausbrüche in mehreren Schlachtbetrieben.

Minister Laumann hat angeordnet, landesweit alle Werksarbeiter – das sind etwa 20.000 Menschen – auf das Virus zu testen. Zudem sollen alle Wohnungen kontrolliert werden. 

Manten sieht diesen Kontrollen gelassen entgegen. Unser Partner SUK Service GmbH hat bereits vor fünf Jahren ein tragfähiges Unterbringungskonzept mit hohen Hygiene- und Sozialstandards vorgelegt, das uns – und auch jederzeit die kontrollierenden Behörden – überzeugt hat.

Unsere Beschäftigten aus einer Vielzahl europäischer Nationen sind dezentral untergebracht. „Im Sinne der Integration befinden sich ihre Wohnungen verteilt im Umkreis“, erklärt Detlev Küch, Bereichsleiter bei unserem Werkvertragsnehmer. „Und die Integration gelingt deshalb so gut, weil unsere Mitarbeiter zum Teil seit über 15 Jahren bei uns beschäftigt sind.“ Erst das macht unsere Zusammenarbeit so erfolgreich – man kennt sich halt. Zudem orientieren sich die Wohngemeinschaften an den Teamaufstellungen und den Arbeitsschichten. So gleichen sich die Tagesabläufe der Bewohner eines Haushalts.
Selbstverständlich sind jetzt auch unsere Mitarbeiter auf SARS-CoV-2 getestet worden. Alle Tests sind negativ. Auch die Kontrolleure der bis jetzt überprüften Wohnungen konnten nichts kritisieren. Denn die Bewohner selbst achten auf die Einhaltung der Hygieneregeln. Bei unseren Besuchen werden wir von ihnen an der Wohnungstür mit Mund-Nasen-Schutz begrüßt. Sehr vorbildlich.

Wir können gar nicht genug betonen, wie wichtig uns diese Zusammenarbeit und dieser Zusammenhalt ist. Und in Krisenzeiten? Auch in der Distanz rücken wir weiter zusammen. Danke!
 

Artikel aus RP-Online vom 15. Mai 2020 · Autor Dirk Möwius

Warum der Ponter Schlachthof Corona-frei ist

Bei der Heinrich Manten Qualitätsfleisch vom Niederrhein GmbH & Co. KG hat man frühzeitig zusätzliche Hygienemaßnahmen ergriffen, um das Virus zu stoppen. Bisher erfolgreich, zeigte der Test des Kreisgesundheitsamtes.


Ein Blick in den Ponter Schlachthof. Hygiene ist dort von Grund auf ein wichtiges Thema. An den Arbeitsplatz geht es nur in Kleidung, die das Unternehmen zur Verfügung stellt und die dort gewaschen wird. Man muss durch Hygieneschleusen, die Hände waschen und desinfizieren. Foto: Matthias Sosnierz, Essen


Beata Grabowska: „Ich lebe fünf Jahre hier und fühle mich sehr wohl.“ Foto: Ja/Norbert Prümen (nop)


Maria Imlintz, Stefani Küch, Petra Manten und Tomczak in der Wohnküche der Gemeinschaftswohnung. Foto: Ja/Norbert Prümen (nop)


Die ehemalige Apotheke in Walbeck wurde vor der Vermietung komplett bedarfsgerecht umgebaut. Foto: Ja/Norbert Prümen (nop)

Fiebermessen ist Pflicht. Auch der Besucher darf wie jeder Mitarbeiter erst aufs Gelände, wenn die Temperatur erfasst worden ist. Die Personalien werden aufgenommen, die Hände desinfiziert. Am Tor stehen die wichtigsten Hinweise zum Verhalten in Corona-Zeiten – dreisprachig, auf Deutsch, Polnisch und Rumänisch. Denn ein großer Teil der Mitarbeiter, die in den Hallen des Schlachthofs Manten in Pont arbeiten, kommt aus den osteuropäischen Ländern. Sie übernehmen das Schlachten, Zerlegen, Verpacken. Sie sind Mitarbeiter der S.u.K. Service GmbH Geldern.

Petra Manten ist die Geschäftsleiterin der S. u. K., ihr Mann Heiner Manten führt die Geschäfte der Heinrich Manten Qualitätsfleisch vom Niederrhein GmbH & Co. KG. Eigentümer des vom Großvater in Geldern gegründeten Unternehmens sind neben ihm sein Bruder Peter Franz Manten und dessen Söhne. Es liegen aufregende Tage hinter Familie Manten und dem ganzen Unternehmen. Eigentlich nicht eine Phase, in der man sich viel Zeit für Journalistenfragen nimmt. Doch mit den Äußerungen von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist für ihn das Fass übergelaufen.

Der Minister hatte am Dienstag eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber Missständen in der Fleischindustrie angekündigt. „Egal, wer Schlachthofbetreiber ist. Wir müssen jetzt diesen Sumpf austrocknen“, so Laumann wörtlich. Ohne jegliche Differenzierung zwischen den Betrieben und ihren Formen. Das will Heiner Manten nicht auf sich sitzen lassen, auch im Sinne anderer gut arbeitender Betriebe.

Schon früh erkannte man in Pont, dass Corona eine Bedrohung sein könnte. „Doch so ein Betrieb ist nicht für eine Pandemie gebaut“, sagt Heiner Manten. Im Pausenraum sind oft 180 Personen, wollen etwas essen und ihre Zigarette rauchen. Tische wurden verlagert, der Raucherbereich wurde vergrößert. „Bei der Arbeit am Band muss alles Hand in Hand gehen, da ist es schwierig, auf einzelne Mitarbeiter zu verzichten. Doch unsere Vorarbeiter haben so manchen Spagat gemacht, damit wir die Pausenzeiten entzerren konnten“, berichtet Petra Manten.

Hygiene ist von Grund auf ein wichtiges Thema im Schlachthof. An den Arbeitsplatz geht es nur in Kleidung, die das Unternehmen zur Verfügung stellt und die dort gewaschen wird. Man muss durch Hygieneschleusen, die Hände waschen und desinfizieren. Die Räume werden jeden Tag desinfiziert. Das alles ist Standard auch ohne Corona. Die Qualitätssicherungsabteilung wacht über die Prozesse. Mit Corona gab es einen Einstellungsstopp. Detlef Küch von der S. u. K. Service: „Es gab plötzlich so viele Bewerbungen wie noch nie. Klar, in Italien und anderen Ländern gab es auf einmal keine Arbeit mehr. Es waren unsere rumänischen und polnischen Mitarbeiter, die diese Entwicklung früh mitbekamen und uns darauf aufmerksam machten.“

Maßnahmen, die gefruchtet haben. Die Belegschaft wurde in der vergangenen Woche durch das Kreisgesundheitsamt komplett getestet. Das Land hatte angeordnet, alle Beschäftigten der Schlachthöfe in NRW auf das Coronavirus zu testen, nachdem in einem Westfleisch-Betrieb in Coesfeld eine hohe Zahl von Infektionen entdeckt worden war. In Pont wurden 424 Proben genommen. Alle sind negativ. Manten ist Corona-frei.

Warum sind es fast nur Polen und Rumänen, die im Schlachthof in er Produktion arbeiten? An der Bezahlung kann es nicht liegen, verrät ein Blick in die Unterlagen. Die Beträge liegen deutlich über dem Mindestlohn. „Wer in Deutschland möchte eine Lehre als Metzger machen?“, fragt Petra Manten.

Detlef Küch erinnert an die Geschichte: „Lange gab es bei uns Haus- und Hofschlachtungen, in Geldern zudem drei Schlachthöfe, neben dem von Heinrich Manten noch Geenen am Bahnhof und Biesen in Hartefeld.“ Dazu kamen städtischen Schlachthöfe, etwa in Krefeld, Duisburg und Moers. Die „Kopfschlächter“ waren Freiberufler. „Damals wurde gutes Geld verdient“, sagt Detlef Küch. Doch unter dem Stichwort „Scheinselbstständigkeit“ wurde diese Struktur durch politischen Druck aufgelöst. Viele suchten sich dann andere Jobs. Als gleichzeitig die Produktion industrieller wurde und die Nachfrage stieg, fehlten die ausgebildeten Mitarbeiter. Zugleich wurde die Öffnung nach Osten gefördert. Detlef Küch: „Ich hatte gute Kontakte in die Länder, und so holten wir die neuen Kollegen zunächst aus Polen ins Land.“

Wer bei Manten arbeitet, ist kein Saisonarbeiter. Es geht um eine Dauerbeschäftigung, viele Mitarbeiter der S. u. K. sind schon länger als zehn Jahre dabei. „Hier werden Familien gegründet, die Kinder gehen hier zur Schule. Wir haben auch Kinder der Mitarbeiter als Auszubildende“, sagt Petra Manten. Knapp 200 der 330 Mitarbeiter wohnen in Werkswohnungen. Etwa 30 Prozent der Belegschaft sind übrigens weiblich. Stefanie Küch von S. u. K. Service: „Es gibt bei uns keine Sammelunterkünfte. Wir haben 54 Wohnungen, in denen fünf bis sechs Personen zusammenleben. Der Trend geht zu Einzelzimmern, aber es gibt auch Doppelzimmer. Die Wohnungen sind in Geldern und seinen Ortschaften und in Issum – über die Region verteilt, oft in zentralen Lagen. „Wir wollten verhindern, dass es an einzelnen Stellen zu einer Konzentration und möglichen Brennpunkten kommt“, sagt Petra Manten. Stefanie Küch ergänzt: „Dabei wohnen die meisten nicht anders als ihre deutschen Nachbarn.“

Auch die Unterbringung der Mitarbeiter wurde jetzt geprüft. Beanstandungen gab es keine. Stefanie Küch berichtet schmunzelnd: „Der Mitarbeiter des Kreises sagte uns nach der ersten Besichtigung, wir sollten ihm nicht nur die Vorzeigewohnungen zeigen, sondern auch die schwierigen Fälle. Dabei war gerade das aus unserer Sicht eine der Wohnungen, in der wir noch ein paar Dinge machen müssen.“

„Schauen Sie sich in den Wohnungen um. Suchen Sie sich einfach aus, welche sie sehen wollen“, sagt Heiner Manten. Machen wir. Ortstermin in Walbeck, ganz zentral am Markt. Wir laufen durch zwei schöne Wohnungen, eine mit großer Dachterrasse. Einige der Bewohner schlafen, sie waren auf Nachtschicht. Tomczak und Beata erzählen in der Wohnküche, in der jeder seinen eigenen Kühlschrank hat, dass sie sich super wohl fühlen. „Das ist ein Stück Zuhause“, sagte Beata, die seit fünf Jahren bei Manten arbeitet.

Die Qualität der Wohnungen spielt eine große Rolle, schließlich will man die Mitarbeiter lange halten. Dazu gehört das Wohlfühlen. Wer neu ins Land oder zum Unternehmen kommt, wohnt die ersten Wochen in einem Willkommenshaus wie im Hotel, absolviert seine Schulungen, geht zum Gesundheitsamt, wird dabei unterstützt, in Deutschland heimisch zu werden. Danach geht es in die eigene Wohnung, möglichst mit Kollegen aus dem gleichen Bereich und der gleichen Schicht. „Wir würden gern noch mehr Wohnungen anbieten, doch es ist schwierig, etwas zu bekommen“, sagt Petra Manten. Verstärkt kaufe man deshalb selbst.

Auch bei der Stadt Geldern betont man, dass es nicht um die Mitarbeiter des Schlachthofs geht, wenn man von Problemhäusern in der Stadt spricht. Das sind im Gelderland wie auch in Emmerich im Regelfall niederländische Leiharbeitsfirmen, die ihre Mitarbeiter dort unterbringen und sie dann an die Arbeitsplätze auf der anderen Seite der Grenze fahren.“ Doch schnell, weiß man bei Manten aus Erfahrung, werden die Dinge vermischt und falsch wahrgenommen.

Heinrich Manten gründete 1950 das Unternehmen. Sein Vater war Viehhändler, sein Großvater auch. Der Schlachthof war zunächst an der Gelderstraße, in Nachbarschaft es heutigen Kinos. 1969 gab es den Umzug nach Pont. 1977 stieg Franz Peter Manten ein, zehn Jahre später Heiner Manten. Die Zahlen haben sich rasant geändert. Früher wurden 500 Schweine in der Woche geschlachtet, heute sind es über 20.000“, so Heiner Manten.

Neben der Justizvollzugsanstalt ist Manten der große Arbeitgeber in Pont. Ortsbürgermeister Rolf Pennings kennt Familie und Betrieb gut, lobt das soziale Engagement. Mit dem Produktionsbetrieb so nahe am Dorfkern gebe es schon mal Probleme wegen der Geruchsbelästigung. Aber bei Manten versuchen man immer sofort, die Ursachen zu finden und das Problem zu lösen. Er räumt ein, auch Bedenken gehabt zu haben, als ein Haus mitten im Dorf gegenüber der Kirche für die Mitarbeiter umgebaut wurde. „Aber das war völlig unberechtigt, es funktioniert bestens.“ Eine andere, etwas jüngere Gruppe sei schon mal etwas lauter. Doch auch dort kümmere sich Manten bestens. „Es ist gut, dass wir die Familie Manten hier haben“, erklärt Pennings.

Was bleibt von diesen Tagen? „Wir haben immer Höhen und Tiefen erlebt, auch große Krisen wie BSE überstanden. Aber diese heftigen Attacken durch Minister Laumann haben mich persönlich tief getroffen“, sagt Heiner Manetn, der überlegt, Ministerpräsident Armin Laschet deswegen anzuschreiben. „So etwas kann man sich doch nicht gefallen lassen.“ Manten sei ein Familienbetrieb im besten Sinne. „Das kann man nur mit viel Herzblut machen“, sagt Detlef Küch. Petra Manten ist es wichtig, den Mitbürgern mögliche Sorgen zu nehmen. „Vor uns braucht niemand Angst zu haben“, sagt sie.

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Alle Testergebnisse sind negativ

Artikel aus Niederrhein Nachrichten Online vom 15. Mai 2020 · Autorin Andrea Kempkens

Stefanie Küch (l.) und Petra Manten sind erleichtert, dass kein Mitarbeiter positiv auf Covid 19 getestet wurde. NN-Foto: ak

Nach den gehäuften Corona-Infektionen unter Mitarbeitern von Schlachthöfen, hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche landesweite Tests auf das Coronavirus in fleischverarbeitenden Betrieben angeordnet. Im Kreis Kleve wurden die Covid-19-Tests in zwei Schlachtbetrieben durchgeführt, insgesamt 456 Mitarbeiter wurden getestet. Seit heute, 15. Mai, 11.30 Uhr, liegen dem Gesundheitsamt die vollständigen Testergebnisse vor: Alle negativ!

Der überwiegende Teil der im Kreis Kleve getesteten Personen (424) arbeiten im Schlacht- und Zerlegebetrieb Heinrich Manten in Geldern-Pont. „Am vergangenen Freitagabend haben wir erfahren, dass alle unsere Mitarbeiter auf Corona getestet werden sollen. Am Montagmorgen wurden dann die ersten Tests durchgeführt“, sagt Petra Manten, leitende Angestellte des Familienunternehmens. Kein Mitarbeiter habe die Durchführung des Tests verweigert. Parallel dazu überprüfte das Amt für Arbeitsschutz die Unterkünfte der Werksarbeiter auf die Einhaltung der Hygieneverordnungen, ebenso die Betriebsgebäude am Möhlendyck. Das Ergebnis: Es gibt nichts zu beanstanden. Die Unterkünfte sind so ausgestattet, dass Abstände und Hygienestandards eingehalten werden können.

Alle Mitarbeiter leben in Wohnungen und nicht in Sammelunterkünften. „Rund 200 unserer Mitarbeiter wohnen in unseren eigenen 54 Wohnungen, weitere 150 leben mit ihren Familien in Privatwohnungen“, erklärt Stefanie Küch, Personalleitung des Werkvertragsunternehmens S.u.K., Vertragspartner der Firma Manten. Gemeinsam mit Hausverwalterin Maria Imlintz haben Stefanie Küch und ihr Vater Detlef Küch, Bereichsleiter Produktion, am Dienstag und Donnerstag mit den Prüfern des Amtes für Arbeitsschutz alle 54 Wohnungen besucht. „Das Ergebnis war durchweg positiv. Tip-top, um die Prüfer zu zitieren“, freut sich Stefanie Küch.

Auch auf dem Betriebsgelände gab es keinerlei Beanstandungen. Als Unternehmen mit laufender Produktion während der Corona-Pandemie hatte die QS-Abteilung der Firma Manten schon Mitte März verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Neben einem Einstellungsstopp zum 16. März wurden Fieberkontrollen am Einlass eingeführt, zusätzliche Handdesinfektionsspender installiert, zusätzliche Reinigungen und Desinfektionen in häufig genutzten Bereichen beauftragt und den Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice ermöglicht, soweit der Arbeitsbereich es zulässt. „Zudem haben wir neue Pausenregelungen mit zeitlich versetzten Pausen eingeführt, um die Mindestabstände einzuhalten, und einen Pausenführer installiert, der auf die Einhaltung der Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen achtet“, sagt Detlef Küch. Für mögliche Quarantänefälle wurden spezielle Quarantänewohnungen eingerichtet und die entsprechende Versorgung organisiert. „39 Schlafplätze stehen in diesen Wohnungen zur Verfügung, die bis heute glücklicherweise noch nicht genutzt werden mussten“, sagt Stefanie Küch.

Die Nachricht, dass bislang kein Mitarbeiter positiv getestet wurde, hat für große Erleichterung bei der Firma Manten gesorgt, zumal es auch unter den 150 Mitarbeitern der Schwesterfirma Fleischmarkt Olpe kein positives Testergebnis gab. „Die letzte Woche war sehr hart für uns“, betont Petra Manten. „Man wird von der Öffentlichkeit leider schnell unter Generalverdacht gestellt. Jeder Schlachtbetrieb ist anders und geht anders mit der Situation um.“ Das kann Detlef Küch nur bestätigen. „Wir arbeiten seit Jahren daran, dass wir die Missstände, von denen oftmals berichtet wird, nicht haben. Trotzdem wird man leicht über einen Kamm geschert und regelrecht angefeindet.“ Die Zusammenarbeit mit den Behörden in den vergangenen Tagen sei dagegen sehr angenehm gewesen, betont Petra Manten, und auch die eigenen Mitarbeiter würden alles dafür tun, dass man diese spezielle Situation gut und möglichst unbeschadet übersteht: „Auch wenn wir ein großes Unternehmen sind, herrscht bei uns eine familiäre Atmosphäre. Wir ziehen alle an einem Strang und achten gegenseitig aufeinander“.

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